© Niederösterreich Werbung / Daniel Gollner
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Alexander Malik

„Neugierig werden“


Seit mehr als zwanzig Jahren pflegt Alexander Malik den Schlosspark Grafenegg als Chefgärtner. Wir sprachen mit ihm über kletternde Besucherinnen und Besucher, begrabene Rehe und den stillen Alltag von Kunstinstallationen.

Sie sind täglich im Park unterwegs. Wie erleben Sie die Begegnungszone zwischen Menschen und Kunstinstallationen?

Alexander Malik

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Von den Begegnungen bekommen wir meist nur die Spuren mit. Die Installation von Werner Feiersinger aus weiß lackierten Edelstahlstangen wird gerne von den Besucherinnen und Besuchern beklettert und hat dementsprechend Abnutzungserscheinungen. Dann hat auf einem Kleiderständer von Bethan Huws einmal jemand einen Mantel hängen lassen, der zwei Jahre dort hängen blieb. Das fand ich eine gute Ergänzung.

Gab es eine Situation, die Sie besonders überrascht hat?

Ja, die Sache mit dem Reh. Im „Buchsdom Tower“ von Mark Dion gibt es in der künstlichen Turmruine einen Schaukasten mit einem ausgestopften Reh, das tot auf einem Waldboden liegt. Wir haben relativ weite Kontrollintervalle. Beim ersten Hinschauen ist mir damals nichts aufgefallen. Erst später habe ich gesehen, dass das Reh unter einem Erdhügel begraben und mit einem kleinen „Rest in Peace“-Schild versehen worden war. Natürlich wurde alles in den Ursprungszustand versetzt.

Wie sind Sie in den Prozess der Standortauswahl eingebunden?

Ursprünglich haben wir um 2006 herum feste Positionen für Kunstinstallationen ausgewiesen. Das stellte sich aber als zu starr heraus. Manchmal verschieben wir eine Position um nur wenige Zentimeter, damit wir mit dem Rasenmäher vorbeikommen. Das klingt banal, entscheidet aber darüber, ob ein Kunstwerk langfristig gut gepflegt werden kann.

Wie setzt man eine Kunst­installation im Park gut in Szene?

Es gibt eine Leitlinie: Es soll nur einen Punkt geben, von dem man ein Objekt ganz sehen kann. Wenn ich aus der Ferne irgendwo einen Farbtupfer oder einen Umriss sehe, soll ich neugierig werden und hingehen und nicht schon alles von Weitem überblicken.

Was ist die größte Herausforderung in der Pflege der Kunstwerke?

Hauptsächlich geht es um Sauberkeit. Die Pyramide der Arbeit „Balance Capsule“ von Little Warsaw ist aus einem Kunststoff, der nicht leicht zu reinigen ist. Ein Restaurator schlug vor, die Pyramide schonend mit Dampf zu reinigen – aber das Gerät dafür wäre viel zu teuer, und die Zeit hätten wir auch nicht. Seit Jahren reinigen wir sie daher mit dem bewährten Hochdruckreiniger. ● ○